Der Lehrkräftemangel ist kein neues Problem. Seit Jahren war absehbar, dass uns zu wenige ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Statt die Ausbildungskapazitäten rechtzeitig auszubauen und den Beruf attraktiver zu machen, wurde zu lange auf Quereinsteiger als vermeintliche Lösung gesetzt.
Damit wurde das eigentliche Problem vernebelt. Die steigende Zahl der Quereinsteiger vermittelte den Eindruck, der Personalmangel sei beherrschbar. Tatsächlich wurden notwendige Strukturreformen immer weiter aufgeschoben. Quereinsteiger konnten den Lehrkräftemangel nicht lösen – sie waren lediglich ein Pflaster auf einer immer größer werdenden Wunde.
Besonders alarmierend ist, dass mehr als 40 Prozent der Lehramtsstudierenden ihr Studium abbrechen. Das zeigt deutlich: Das Problem beginnt nicht erst in den Schulen, sondern bereits in der Lehrkräfteausbildung. Deshalb brauchen wir endlich eine grundlegende Reform der Lehrkräftebildung – praxisnäher, flexibler und besser auf die Realität im Schulalltag ausgerichtet, ohne die Qualitätsstandards zu senken.
Wer Bildungsqualität sichern will, muss den Mut haben, die Ursachen anzugehen, statt immer neue Notlösungen zu verwalten.
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