Die Stimmung auf der Personalversammlung in Neuruppin war eindeutig: Der Frust ist groß – und er ist berechtigt.
Dass das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) der Versammlung fernblieb, obwohl es eingeladen war, ist mehr als ein organisatorisches Versäumnis. Es ist ein politisches Signal – und ein schlechtes. Keine Anwesenheit, keine Reaktion, kein Dialog, in einer Phase, in der Lehrkräfte bereits an ihrer Belastungsgrenze arbeiten.
Gleichzeitig stehen Entscheidungen im Raum, die das Vertrauen der Beschäftigten weiter untergraben: eine Erhöhung der Unterrichtsstunden, ein faktischer Gehaltsverzicht für Lehrkräfte sowie das Aufbrechen der Bandbreitenregelungen. Diese Maßnahmen werden als notwendig dargestellt, ohne die Betroffenen ernsthaft einzubinden. So entsteht kein Konsens, sondern Widerstand.
Hinzu kommt eine widersprüchliche politische Lage:
Nach dem Scheitern der bisherigen Landesregierung geht die CDU in Koalitionsgespräche mit der SPD, klagt zugleich gegen den Landeshaushalt und positioniert sich in der ersten Reihe öffentlich bei der Demonstration in Potsdam.
„Wer Regierungsverantwortung anstrebt, trägt Verantwortung – an diese Verantwortung werden wir sie erinnern.“ bringt GEW-Landeschef Fuchs die Stimmung vieler Beschäftigter treffend auf den Punkt.
„Bildungspolitik braucht jetzt Verlässlichkeit, Transparenz und echten Dialog. Lehrkräfte sind keine Verfügungsmasse für Haushaltskonsolidierung. Wer Schule stärken will, muss die Menschen ernst nehmen, die sie täglich tragen.“ sagt Ralf Tiedemann der bildungspolitische Sprecher der FDP Brandenburg.

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